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  Autogenes Training

     4. Übungseinheit - Atem

 

Atem und Emotionen:

Wie schaffen wir es eigentlich so zuverlässig und so schnell, nervös , ängstlich, wütend oder verzweifelt zu werden ? Wird diese Frage untersucht, so kommt man schnell auf die immense Bedeutung des jeweiligen Atemmusters für Emotionen. Damit wir bestimmte Emotionen entfalten können, muss der Körper in einen bestimmten Zustand gebracht werden – und hierbei hilft uns unser Atem. Er kann eng oder weit, tief oder flach, schnell oder langsam sein, und er lässt sich willentlich beeinflussen. Redewendungen wie „erstmal tief durchatmen“, „da bleibt mir die Luft weg“ oder „ da stockt einem ja der Atem“ haben hier ihren Ursprung. Was uns im Negativen bewusst ist, kann auch im positiven genutzt werden. In schwierigen Situationen können wir auf unseren Atem achten und ihn weit und tief fließen lassen – so verhindern wir Panik und übergroße Angst. Sind wir müde und erschöpft oder mutlos, können wir kräftig und schnell im oberen Brustkorb atmen. Untersuchen sie doch einmal für sich, wie sich ihr Atem in ihrer typischen Stresssituation verändert und wie es sich anfühlt, wenn sie bewusst anders atmen !

 Zum Atem:

In der Entspannung nimmt die Intensität der Atmung ab, der Atem wird ruhiger und besteht oft nur noch aus einem sanften Heben und Senken des Bauches. Wir können unseren Atemrhythmus willentlich ändern, wir können uns jedoch auch der Autonomie, des Selbstflusses der Atmung vertrauensvoll hingeben. Um letzteres geht es im Autogenen Training. Durch die Schwere- und Wärmeübung ist der Körper bereits tief entspannt, durch ein "fließen lassen" der Atmung entspannt nun auch die Psyche tiefer und tiefer. Sie beobachten lediglich den Atem, lassen geschehen und konzentrieren sich auf die Atemsuggestion und das Atembild.

Die sprachliche Atemsuggestion lautet z.B.:

             "Atem ruhig und regelmäßig - Atem wie von selbst"   oder

            "Atem wie von selbst - Atem fließt"

 Als Atembild kann die Vorstellung von Wellen, die sich wie von selbst aus dem Meer erheben und wieder versinken (wie in Zeitlupe im Rhythmus des Atems) oder das Geräusch von Wellen, die am Strand auslaufen, nützlich sein. Wichtig ist der Raum, die Weite, in die der Atem fließt. Erinnern Sie sich ? Angst bedeutet einen engen, kurzen Atem, Ruhe und Kraft ist weit und eher tief.

 

Suggestionen verdichten: 

Da Sie jetzt schon einige Wochen Erfahrung mit dem Autogenen Training haben, können Sie damit beginnen, die Suggestionen zu verdichten. Beginnen Sie mit der Schwereübung und sprechen Sie innerlich nicht mehr erst die rechte und dann die linke Hand an, sondern gleich beide Arme - ihr Körper weiß mittlerweile, was Sie sich von ihm wünschen ! Wenn dies gut gelingt, konzentrieren Sie sich auch bei der Wärmeübung gleich auf beide Hände.

Die bisherigen vier Übungen bilden eine in sich geschlossenen Einheit - üben Sie diese noch einige Zeit weiter und erst, wenn Sie damit gute Erfahrungen gemacht haben und neugierig sind, was es sonst noch im Autogenen Training gibt, wenden Sie sich Übung 5 - 8 zu.

Der Ablauf der bisherigen AT - Übung :

 1.) Einstimmen durch Beachten des Atems und Körper begrüßen (ca. 30 Sekunden)

2.) 4-5  mal inneres sprechen der Schweresuggestion : "Arme sind schwer, angenehm schwer !"

3.a.) Konzentration auf die Hände und sich vorstellen, Sonne scheint auf die Hände.

   b.) 4-5  mal inneres sprechen der Wärmesuggestion : "Arme sind warm, angenehm warm !"

   c.) Eine Wärmesituation, symbolhaft verdichtet, vorstellen (z.B. Sauna oder Strand)

4. ) Atemübung 

Den Atem fließen lassen ohne etwas zu tun, nur beobachten, was ist.  Einige Mal die Atemsuggestion denken und das Atembild konzentrieren. Weiter den Atem  nur beobachten und fließen lassen. Wichtig ist die Tiefe und Weite des Raumes.

5.) AT beenden und kräftig zurücknehmen 

 

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